Bauliche Veränderungen in Töss
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Die ständige Entwicklung von Töss schreitet voran. Während an der Zürcherstrasse ein Schandfleck verschwindet, zerfällt das Zentrum Töss mehr und mehr. Und am Brühlberg Südhang soll ein letzter freier Hang vorsorglich zerstört werden.
stefanini1_klein.jpgSie waren lang ein Schandfleck, prägten das Image von
Töss: die teilweise ausgebrannten Hausruinen an der Zürcherstrasse: Nun sind sie weg, und es ist zu hoffen, dass bald Neubauten entstehen.
Weniger positiv sind  dagegen die Neuigkeiten rund ums Zentrum Töss. Zwar sollen in den nächsten Tagen die teilweise defekten Leuchtreklamen endlich ersetzt werden – andererseits kämpfen die eingemieteten Geschäfte mit Wassereinbrüchen. Im Geschäft von Optiker Frey musste ein Holzgestell entfernt werden, weil Wasser durch die Decke drang. Bereits geschlossen ist das Schuhgeschäft Dosenbach. Auch in diesen Räumen, die neu durch den POLY-SHOP (türkisches Detailhandelsgeschäft) genutzt werden, dringt Wasser ein. Die Mieter fangen es auf und leiten es mit einem Schlauch nach draussen in einen Kessel. Solche Wasserkessel sind keine positiven Visitenkarten – und so erstaunt auch nicht, dass immer mehr eingesessene Geschäfte der Betonruine aus
den 60er-Jahren den Rücken kehren. Der Hauptmagnet, der die Geschäfte aus dem Zentrum lockt, ist das neue Einkaufszentrum «Tender», das in der ehemaligen Lokomotivfabrik an der Zürcherstrasse vis à vis dem McDonald entsteht. So wird Dosenbach vermutlich später im Tender eine Filiale eröffnen.
Aber nicht nur Geschäfte im eigentlichen Zentrum blicken nordwärts: Generell dürfte sich mit der Eröffnung des neuen Konsumtempels das Zentrum entlang der Zürcherstrasse nach Norden verschieben. Ein Grund mehr, das Zentrum und die
Umgebung attraktiver zu gestalten. Und dazu reichen neue Leuchtreklamen kaum. Auch die unklaren Besitzverhältnisse fördern das Vertrauen in die Zukunft des Zentrums nicht.
Strassenbau auf Vorrat
Ein weiteres zentrales Stück Tössemer Lebensqualität bildet der Zugang zum Brühlberg über einen unverbauten Hang. Zwar haben die Stimmberechtigten Winterthurs vor Jahren die Schaffung einer
Freihaltezone, wie sie die damalige SP-Gemeinderätin Regula Forster vorschlug, abgelehnt. Nun soll der Hang tatsächlich zerstört werden: Gemäss einer Meldung des Landboten soll die Schlosshofstrasse um 200 Meter in den Hang hinein verlängert werden. Konkret bedeutet dies meterhohe Betonmauern und tiefe Grabarbeiten. Von Schlitteln kann auch an den wenigen Schneetagen nicht mehr die Rede sein, und Spaziergänger müssen sich in Zukunft durch die Brünnelihöhestrasse hochquälen.
Zwar ist für die Strassenverlängerung erst die Baueingabe erfolgt. Noch bleibt die Hoffnung, dass die städtischen Behörden keinen Strassenbau auf Vorrat bewilligen. Ein konkretes Überbauungsprojekt nämlich ist noch nicht bewilligt. Und falls der Stadtrat die Verlängerung der Strasse bewilligt, ohne dass ein bewilligtes Projekt und eine Finanzierungsgarantie vorliegt, muss er sich wie beim Archareal den Vorwurf gefallen lassen, funktionierende Strukturen zugunsten von Tagträumen zerstört zu haben.
Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 13. Mai 2008 um 15:26 Uhr
 

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