Strassenbau ist keine Lösung
regulaforster_sw_klein.jpg"Der Bau von Strassen ist die Lösung von gestern für Probleme von heute und belastet die Generationen von morgen" meint Regula Forster in ihrem Editorial im Tössemer 1/08 Der Bau von immer mehr, immer breiteren und immer schnelleren Strassen ist die Methode des 20. Jahrhunderts, um wirtschaftliches Wachstum und persönlichen Wohlstand zu erreichen. Der motorisierte Verkehr ist im letzten Jahrhundert zu einem alles dominierenden Faktor geworden. «Freie Fahrt für freie Bürger» war die Losung. Bald schon traten aber auch Kritikerinnen und Kritiker auf, die warnten mit dem Slogan «wer Strassen sät, wird Verkehr ernten». Heute sind grosse Flächen in unserem Land zugebaut. Unsere Freiheit ist dadurch eingeschränkt. Wir leiden unter dem Lärm des Verkehrs und werden krank davon. Wir leiden auch unter der verschmutzten Luft und werden krank davon – waren Sie in den Sportferien in den Bergen und haben Sie den Smog über dem Mittelland gesehen?
Vor allem ist heute wissenschaftlich erwiesen, dass der Klimawandel vom Menschen gemacht ist, durch die Verbrennung von Erdöl und Erdgas verursacht wird und zu einer weltweiten
Katastrophe führen wird. Wir wissen dies alle und können uns nicht durch Unwissen entlasten.
Wir wissen unterdessen ebenfalls, dass freiwillige
Massnahmen zur Verkehrsbeschränkung nicht greifen. Der grösste Teil der Menschen ist offensichtlich nicht bereit, freiwillig das Verhalten zu ändern. Deshalb ist der Entscheid des Bundesrats für den freiwilligen Klimarappen und gegen die marktwirtwirtschaftliche CO 2-Abgabe auch völlig falsch.
Schauen wir noch bei uns vor die Haustüre. Ein gigantisches Strassenprojekt, die tiefer gelegte Vogelsangstrasse, soll als neue Verbindung von der A1 durchs Auwiesenquartier entlang der Eisenbahn direkt ins Stadtzentrum geführt werden. Die Strasse bringt beim Zentrum Töss keine spürbare Verbesserung, wohl aber spürbare Verschlechterungen in den Tössemer Wohnquartieren. Sie bringt mehr Verkehr, mehr Lärm, mehr Luftschadstoffe, obwohl heute objektiv klar ist, dass genau dies vermieden werden muss.
Der Bau von Strassen ist die Lösung von gestern für Probleme von heute und belastet die Generationen von morgen. Innovativ und zukunftsgerichtet wären heute Lösungen zur Verkehrsverminderung, z. B. eine verkehrsarme Zone auf dem Sulzer Areal Stadtmitte, ein Road pricing, ein neuer Schub für die Veloförderung, Car-share Modelle und die Bevorzugung jener, die zu viert im Auto pendeln statt allein. Viele Städte im In- und Ausland kennen diese Massnahmen. Wir sollten uns an ihnen orientieren.
Regula Forster, SP Töss
Zuletzt aktualisiert am Montag, den 31. März 2008 um 21:10 Uhr
 

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