Revolutionärer Dorfet
cevi_klein.jpgDie 14jährige Liliana Auladell publizierte im Tössemer einen etwas anderen Rückblick auf den 23. Tössemer Dorfet - oder wie sie schreibt - die Tössemer Dorfet:
Es ist wieder einmal soweit: Alle sind von den Ferien zurück, können es kaum noch erwarten, den Freunden von den Ferienerlebnissen zu erzählen. Und das alles noch an der Tössemer Dorfet. Die Tössemer Dorfet bedeutet für viele ein fröhliches Wiedersehen nach den Ferien, der Moment, wo man über die Ferien redet. Für andere wiederum bedeutet die Dorfet der Anfang eines neuen Schul- (oder Arbeits)jahres. Am Donnerstag fing schon alles an: Die Strassen wurden gesperrt, die Karussells, ja sogar die einen oder anderen Vereinsstände wurden aufgebaut. Was am Schluss dabei herauskommen sollte war allen klar: die 23. Tössemer Dorfet. Eine Frage muss man sich aber schon stellen. Wieso gibt es die Dorfet überhaupt? Ursprünglich war der Hintergedanke dieses Festes der, ein bisschen zusätzliches Geld für die verschiedenen Vereine zu verdienen, indem man ein paar Beizen aufstellte. Natürlich würden mehr Leute kommen, wenn deren Kinder auch beschäftigt wären. Also wurden auch noch ein paar Karussells aufgestellt. So war alles perfekt: Die Eltern konnten ein Bier trinken oder ein Spiesschen essen, und die Kinder konnten sich währenddessen amüsieren. Oder war es doch nicht perfekt?
Hatte man möglicherweise ein kleines Detail verdrängt? ... etwa die Jugendlichen? Allerdings... Ich meine, es gibt ja nicht nur jung und alt, es gibt auch etwas dazwischen. Aber daran hatte anscheinend
niemand gedacht. Und das ist bis heute so geblieben: Zwar hat man sich jetzt Mühe gegeben, die ganze Sache ein bisschen jugendfreundlicher zu gestalten, doch an Angeboten für Jugendliche mangelt es nach wie vor.
Ich will Sie jetzt mal auf einen kleinen Rundgang über die Dorfet mitnehmen, damit Sie sich die ganze Sache ein bisschen besser vorstellen können; damit Sie genau wissen, was ich meine.
Wir fangen an der Stationsstrasse an. Die gehen wir entlang, vorbei am Kirchgemeindehaus (auch bekannt als «Sigrischtehüüsli») in Richtung Kirche. Kurz davor, biegen wir links ab in die Gutenbergstrasse. Dort können wir dann auch schon die erste Beiz erkennen. Zwei Schritte weiter vorne, stehen wir dann auch schon vor der zweiten Beiz. Nun laufen wir wieder nach links, in eine schmale Strasse gegenüber des Gutenbergschulhauses. Ein paar Schritte weiter vorne sehen wir einen Süssigkeitenstand; kurz: nichts Spezielles.
Weiter vorne, bei der Pfadi Wartensee, hat es eine kleine Dampfeisenbahn, auf der man fahren kann. Eigentlich noch ganz nett, aber für unsereins nicht gerade interessant. Gegenüber der Dampfeisenbahn kann man auf Ponys reiten, was den Jüngsten sicher grosse Freude bereitet. Aber eben: NUR den Jüngsten. Wenn man dann ein paar Meter weiterläuft, kommt man schliesslich an die Agnesstrasse, und dann, gerade wenn man nach links geht, erkennt man das Erste, was irgend etwas mit Jugendzu tun hat. Hier steht der einzige Stand, der von Jugendlichen betrieben wird: der gemeinsame Stand des Mädchen- und Jugendtreffs. Nur ein einziger Stand!
Das war auch einer der wenigen Orte, wo es immer ein paar Jugendliche zu sehen gab. Hier fand unter anderem am Samstagabend um zehn ein (sehr) kleines Konzert statt: Ein Jugendlicher führte sage und schreibe EIN GANZES Rapstück vor. Zu diesem Anlass kamen besonders viele Leute (vor allem natürlich Jugendliche). Klar wurde hierbei aber eines, nämlich dass Angebote für Jugendliche fehlen. Es sah so aus, als hätte dieses Publikum einfach nichts Besseres zu tun: Alle sassen ein bisschen herum, tranken etwas, bei manchen sah es sogar so aus, als langweilten sie sich.
Weiter in Richtung Bahnhof, und wieder war vor allem für eines gesorgt: Getränke und Spiesschen; diesmal zur Abwechslung Fruchtspiesse. Endlich stand ich erwartungsvoll vor dem Bahnhof Töss. Und was sah ich als Erstes? Ein supertolles Päckli- Fischen! Und unmittelbar davor zwei Stände, wo man endlich mal wieder  etwas trinken konnte...
Ich hoffe, dass ich Ihnen mit diesem Artikel einen kleinen Einblick in die Tössemer Dorfet aus Sicht  einer Jugendlichen ermöglichen konnte.Vielleicht tun sich ja mal die Jugendlichen zusammen und  unternehmen etwas. Das wäre dann wohl eine richtige Revolution der Tössemer Dorfet.

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 07. Oktober 2008 um 21:45 Uhr
 

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