Warum sind Arme arm?
altenbach_dani-150.jpgDani Altenbach, der Präsidenten der SP Töss, stellt den Zusammenhang her zwischen Globalisierung, Profitmaximierung, der Zunahme von "Working Poor" und Sozialhilfe Beziehenden und der Abstimmung vom 26. September.




In der Schweiz hat sich die Arbeitswelt wegen der Globalisierung der vergangenen 25 Jahre massiv verändert. In der Schwerindustrie und anderen Bereichen, wo die Arbeit eher hart aber einfach war, gingen kleine Betriebe ein und die grossen verlegten Arbeitsplätze in Billiglohnländer. Am Arbeitsplatz wird den Arbeitenden heute mehr Arbeit pro Zeit abverlangt – Effizienzsteigerung heisst das. Der Staat zog nach, Beamte gibt es nicht mehr, das «New Public Management» arbeitet ebenfalls «wirkungsorientiert». In der Folge dieses höheren Drucks stieg nicht nur die Arbeitslosigkeit, es gab auch mehr Invalide, insbesondere solche mit psychischen Krankheiten.
Der Wirtschaft geht es währenddessen bestens, aber die Gewinne werden nicht an alle verteilt, es profitieren nur die Besitzer und die Manager. Sie werden immer reicher! Sehr viele Arbeitnehmende schuften gleichzeitig für Löhne, die nicht genügen, um eine Familie zu ernähren. Schon immer gab es Menschen, die armengenössig wurden, die wegen ihrer Eigenarten und wegen schlechten Chancen den Lebensunterhalt nicht selber verdienen konnten. Für sie gibt es in der Schweiz die Sozialhilfe. Die Langzeitarbeitslosen aber, die seit 1990 die Zahl der Sozialhilfebezüger in die Höhe trieben, wollen arbeiten, nur gibt es für sie keine Stellen mehr. Die Firmen hatten Stellen abgebaut, die globalisierte Konkurrenz spielt hart, keiner kann mehr Leute anstellen, als unbedingt nötig, nur Leute mit passender Ausbildung finden einen Job. In der Politik begann ein Schwarzpeterspiel: Die IV, die Fürsorge und das Arbeitsamt, alle wollen ihre Bezüger zurück in die Arbeit bringen. Integrationsund Beschäftigungsprogramme boomen. Aber wo sind die freien Stellen?
Die von rechts dominierte Bundesversammlung treibt das Schwarzpeterspiel nun auf die Spitze: Jetzt, wo nach der Bankenkrise die Arbeitslosenzahlen auf einem Höchststand sind, sollen die Leidtragenden die Rechnung bezahlen. Es soll weniger Taggeld geben und jugendliche Lehrabgänger sollen irgendeine Arbeit annehmen, anstatt auf dem gelernten Beruf zu arbeiten. Ein Drittel der UBS-Boni würde schon reichen, um das Defizit der Arbeitslosenversicherung zu decken! Stattdessen sollen noch mehr Job - suchende in die Sozialhilfe abgedrängt werden. Gegen diese Vorlage stimmen wir am 26. September: NEIN!

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 12. September 2010 um 17:12 Uhr
 

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