Hickhack um Erb ...

Bild_aus_dem_Landboten...und das Zentrum Töss mittendrin. Unter diesem Titel berichtete der Landbote am 20. Januar 2012 über die Bedeutung des Erb-Prozesses für Töss. Hier der Text von Marius Beerli:
"In Töss ist man gespannt, ob der Prozess gegen Rolf Erb am Montag startet und wie er endet. Denn die Brüder Erb stehen hinter dem Zentrum Töss. Matthias Erzinger, Redaktor der Quartierzeitung «De Tössemer», ist hin- und hergerissen und seine Stimmung ist vielleicht stellvertretend für die im Quartier:

«Zum einen bin ich zermürbt, gleichzeitig aber auch hoffnungsvoll», sagt er. Die jahrelangen Wirren um die Pleite der Erb-Unternehmen hätten an seiner Motivation gezehrt, denn beim Zen­trum Töss, das für das Quartier derart wichtig sei, habe man nie gewusst, wie es weitergehe.

Nun hoffe er aber, dass wieder Bewegung in die Sache kommt, wenn Rolf Erb am Montag vor Gericht antraben muss. Zwar spiele das Zen­trum in dieser Gerichtsverhandlung nur am Rande eine Rolle, «aber es geht einen Schritt weiter». Umso ärgerlicher fände es Erzinger, wenn der Prozess am Montag verschoben würde, wie dies Erbs Anwälte fordern («Landbote» von gestern).
Als vor acht Jahren die Ermittlungen zur Pleite der Erb-Gruppe begannen, belegte die Staatsanwaltschaft das Zen­trum Töss mit einer Verfügungssperre, seit da kann es ohne ihr Einverständnis nicht veräussert werden. Zudem wurde eine weitere Sperre verhängt, weil ein Gericht im Thurgau klären muss, ob alles mit rechten Dingen zuging, als Rolf Erb die Schlosshof Immobilien AG, der das Gebäude gehört, im April 2003 an seine kleinen Söhne verschenkte. Die Gläubiger der einstigen Erb-Gruppe bezweifeln dies.
2008 kursierte die Meldung, dass ein Investor das Hochhaus übernehmen möchte, zu einem Vertragsabschluss kam es allerdings nie. Seither wurde in Töss vor allem über den baulichen Zustand des Gebäudes geredet und geklagt. 2010 gab Christian Erb dann immerhin bekannt, dass renoviert wird. Er sprach von einer Million Franken. Erzinger und Rosmarie Peter, Präsidentin des Quartiervereins Töss Dorf, erklären beide, dass sich das Zen­trum heute besser präsentiere. «Nötig sind aber grössere und umfassendere Umbauten», sagen sie und hoffen weiterhin, dass das Haus verkauft wird. «Die juristische Blockade ist äusserst schädlich für unser Quartier», sagt Peter. Sie wünscht gar, dass sich die Beteiligten auf einen Verkauf einigen, bevor die Rechtsstreitigkeiten abgeschlossen sind. «Denn das kann noch Jahre dauern.» Laut dem Sprecher von Rolf Erb steht ein Verkauf des Gebäudes zurzeit aber nicht zur Debatte.
Peter vermutet, dass sich erst dann Entscheidendes ändert, wenn im Thurgau die Zivilprozesse abgeschlossen sind, die sich mit der Schenkung befassen. Diese laufen schon seit mehreren Jahren, mit einem ersten Urteil ist laut Gläubigervertreter Matthias Hotz frühestens in eineinhalb Jahren zu rechnen.
Hotz wird am Montag für den Start des Strafprozesses nach Winterthur reisen. Auch er wartet gespannt auf das Gerichtsurteil. Die Richter könnten nämlich zum Schluss kommen, dass sich Erb strafbar gemacht hat, als er vor dem Konkurs Häuser und Firmen verschenkte. Dies würde laut Hotz die Chancen erhöhen, um die Schenkungen im Zivilprozess grundsätzlich aufzuheben. Dann ginge das Zen­trum Töss an neue Besitzer über: Gläubiger der ehemaligen Erb-Gruppe."

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 21. Januar 2012 um 10:41 Uhr
 

Neuster Töss-Blog

Global denken - lokal posten
Werner Frei

Es geht hier nicht ums neudeutsche posten in soziale Medien, sondern um die helvetischen Bedeutung des Wortes: Einkaufen. In historischen Artikeln...


Weiterlesen...

Suche

Agenda

Folgt uns auf

FacebookTwitter