Töss-Blog
Im Töss-Blog schreiben Tössemerinnen oder Tössemer über Töss oder darüber, was sie in Töss beschäftigt. Jede Woche erscheint ein neuer Beitrag, jeden Monat schreibt einen neue Autorin, ein neuer Autor.

Auf zur Jagd
Töss-Blog
Geschrieben von: Hansjörg Kern   
Montag, den 26. September 2011 um 21:42 Uhr

Der Eschenberg ist nicht nur der Winterthurer "Hausberg", sondern auch für uns Zürcherstrasse-Ostler ein schönes Naherholungsgebiet. Meine gewohnte Joggingroute über den Eschenberg, führt mich oft zum Aussichtsturm und weiter zum Bruderhaus, dann talwärts zurück, vorbei am Sternenweiher.

Ein unbestimmtes Gefühl riet mir kürzlich auf meiner üblichen Runde, für den Rückweg das sichere Strässlein der "Finsteri" zu nehmen und den versteckten, schmalen Pfad am Hang zu meiden - sonst eine Lieblingsvariante von mir, um etwas Berggefühl zu haben.

Und siehe da, ich lag richtig: unterhalb meines Bergpfades, inmitten der Hangflanke konnte ich von der Strasse aus - ich konnte es kaum fassen - eine Wildsau ausmachen. Noch etwas weiter unten stand regungslos ein dunkles Etwas. Nun geriet ich in hellste Aufregung: das dunkle Etwas war ohne Zweifel ein seltenes Auerhuhn! Dann meinte ich vollends zu träumen: am Fusse des Hanges ganz in meiner Nähe, standen zwei rothäutige Bogenschützen, ihre Köcher am Rücken waren üppig gefüllt mit Pfeilmunition. Wie angewurzelt verharrte ich und beobachtete, wie die beiden gerade mit einer blitzschnellen, eleganten Armbewegung Pfeile aus ihrem Köcher zogen und in ihre Bogen spannten.

Beide zielten auf die Sau und - schwuuutz - tock - einer der Pfeile traf, steckte und vibrierte mitten im Wildsauherzen. Die Sau schwankte kurz, blieb aber stehen. Der zweite Pfeil schwirrte knapp über des Wildschweins Rücken und hätte mich erlegen können, falls ich wie gewohnt meiner schmalen Bergroute gefolgt wäre. Nun war ich aber mächtig gespannt, ob die beiden Schützen sich wohl das Auerhuhn auch noch vornahmen, das doch akut vom Aussterben bedroht ist und auf der dunkelroten Liste steht?

Ich musste der Sache auf den Grund gehen. Und zwar sofort, mutig und ohne Umschweife in Aktion treten und das Auerhuhn retten!
(Hier müsste eigentlich der Blog enden, mit dem Hinweis "Fortsetzung folgt".) Jedoch:

Die beiden Indianer entpuppten sich als weisshäutige Hiesige, die mit Velo und Anhänger ihre Jagdutensilien, die hölzerne Wildsau und das geschnitzte Auerhuhn hierher transportierten. "Bitte um Vorsicht - knapp über eurem Jagdrevier verläuft mein Fitness-Pfad und ich möchte hier auch in Zukunft lebend durchkommen..." versuchte ich die beiden etwas unsicher auf meine Lage aufmerksam zu machen.

Auch das ist Naherholung...


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Hansjörg Kern,
in Töss seit 1995






 
Coop oder Migros?
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Geschrieben von: Hansjörg Kern   
Montag, den 19. September 2011 um 18:08 Uhr
Wo kaufen Sie alltäglich oder allwöchentlich ein, falls Sie dies in Töss tun? Bevorzugen Sie die westseitige Migros oder eher den ostseitigen Coop? Die Rede ist von den Tössemer Quartierhälften Zürcherstrasse-Ost und Zürcherstrasse-West.


Ich persönlich bin eher im Coop anzutreffen, nicht weil mir die Migros unsympathisch wäre, sondern weil mir als Ostler das Ueberqueren der Zürcherstrasse hinüber zur Migros unsympathisch ist.

Vielleicht gehören Sie aber auch zu denjenigen, die sich beim Poschten nicht um die Strassenseiten kümmern, sondern die wenigen verbleibenden Quartierläden oder den Aldi bevorzugen. Aldi hat sich elegant aus der Diskussion bezüglich der Teilung geschlichen, indem er sich - zwar im Westen - soweit wie möglich abseits ansiedelte. Die angesprochenen Quartierläden - jedenfalls die, welche mir bekannt sind - befinden sich glücklicherweise auf meiner richtigen Seite, nämlich im Osten.

Ein echtes Problem kriege ich erst, wenn ich - was selten vorkommt - Lust auf einen Mac-Burger oder einen King-Burger habe. Beide Lokale sind nämlich westseits, also auf der falschen Strassenseite für mich. Ich lass' es darum wohl besser sein und geh' zum Falaffel mit Fladenbrot ins Bistro - und sch..., auch auf der falschen Strassenseite!


Von Ost-West-Wiedervereinigung in Töss noch keine Spur!


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Hansjörg Kern,
in Töss seit 1995



 
Pumptrack
Töss-Blog
Geschrieben von: kern   
Montag, den 05. September 2011 um 08:31 Uhr

 

Pumptrack Töss

Verregneter Sonntag, also rauf aufs Velo und ab Richtung Töss Reitplatz. Einige Tage zuvor wurde hier nämlich eine Pumptrack-Anlage eröffnet. Angeblich die zweite dieser Art in der Schweiz. Gebaut und finanziert von der Stadt Winterthur, also auch von mir.

Sie wissen nicht, was ein Pumptrack ist? Ich wusste es bis vor kurzem auch nicht. Bevor Sie Wiki bemühen: Ein Pumptrack ist ein Bike-Parcours auf ebenem Gelände, eine Art Rundbahn mit Buckel-Hindernissen und Steilwandkurven. Der Biker nimmt, ohne mit den Pedalen nachzuhelfen, Fahrt auf, indem er mit "Pump-Bewegungen" seines Körpers Tempo aufbaut. Der Physik ein Schnippchen schlagend, schaffen die Könner der Szene rasante Fahrten und beeindruckende Sprünge auf dem Track.

Das Ganze ist spannend anzuschauen oder man kann es auch selbst versuchen. Die Anlage ist zugänglich für alle und der Eintritt kostenlos. Und genau dies könnte die Sache schon bald erschweren:

Bei der Anlage angekommen, wage ich mich mit meinem Alltagsvelo nicht auf die Bahn, da sie schon ziemlich dicht mit routiniert fahrenden Cracks belegt ist. Ausserdem bin ich eben auch nicht gerade der typische Biker. Da hat der Papa mit seinem Sohn (beide mit bester Ausrüstung, aber langsam und pedalend auf der Runde) schon mehr Mut: sie bremsen die Profis einfach aus.

Der Pumptrack in Töss hat das Zeug, zum überregionalen Anziehungspunkt der Szene zu avancieren. Die Existenz der Anlage scheint sich schon nach kurzer Zeit herumgesprochen zu haben. Wie ich am Reitplatz ankomme, fährt gerade ein Kleinbus vor - ich kann's nicht verkneifen: er trägt ein D-Kennzeichen. Ausgeladen werden gleich 3 oder 4 Hightech-Bikes. Wie lange dauert's wohl, bis eine Parkplatzerweiterung für die Bike-Transporter nötig wird?

Trotzdem, allein das Zuschauen macht Spass. Ausserdem ist es eine sinnvolle und überaus sportliche Freizeitbeschäftigung. Am besten gehen (oder pedalen) Sie bei nächster Gelegenheit hin und probieren Sie's selbst aus. Hier ein Vorgeschmack: Youtube-Link oder hier und hier.

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Hansjörg Kern,
in Töss seit 1995


 
Imagepflege
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Geschrieben von: kern   
Montag, den 12. September 2011 um 20:14 Uhr

 

Imagepflege

"Eine Kulturstadt wie Zürich, nur lustiger." Die aktuelle Winterthurer Image-Kampagne - nicht die erste - macht, kaum hat sie richtig begonnen, Schlagzeilen. Jedenfalls in Winterthur.

Machen Sie den Google-Test: Geben Sie mal "winterthur" in die Google Suchzeile ein und staunen Sie, was das herunterklappende Suchfenster für automatische Ergänzungen anzeigt, z.B.: winterthur - musikfestwochen, tourismus, versicherung, ricardo, wetter!

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Biosphäre Töss
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Geschrieben von: Rainer Zah   
Mittwoch, den 17. August 2011 um 00:00 Uhr

Ich bin momentan in den Ferien im Val Müstair in Graubünden (darum gab’s auch letzte Woche keinen Blog). Das Val Müstair ist seit einem Jahr UNESCO-Biosphärenreservat und unberührte Natur erlebt man hier überall - am Ufer des unverbauten und nicht zur Stromgewinnung genutzten Talbachs, an den steilen Hängen, die mit lichten Lärchenwäldern bewachsen sind und natürlich auf den einsamen Alpwiesen. Super – die ultimative Erholung vom stressigen Alltag im Unterland. Doch selbst aus meiner alpinen Perspektive finde ich das Naturpotenzial von Töss auch nicht so schlecht.

Die Töss ist zwar zum Grossteil begradigt, besitzt aber noch ihr natürliches Abflussregime, wie wir alle paar Monate bei Hochwasser sehen können und im nahegelegenen Linsental sieht auch das Flussbett schon recht natürlich aus. Das grösste Waldgebiet von Winterthur, der Eschenberg, lädt direkt vor unserer Haustüre zu ausgedehnten Spaziergängen ein und auch Brühlberg und Ebnet bieten trotz neuen Überbauungen immer noch viel Naturerlebnis. Doch auch in den Tössemer Quartieren hat die Natur ihren Platz erobert. Man trifft auf viele naturnahe Gärten aber auch auf Industriebrachen, beispielsweise um den Tössemer Bahnhof oder im Schlosstal, welche Pionierpflanzen Lebensraum bieten. Besonders reizvoll: Der alte Industriekanal der Rieter AG, welcher träge zwischen Gärten und Tössdamm dahinfliesst und in dem ich auch schon einen Hecht gesichtet habe.

Je mehr ich schreibe, desto mehr gluschtet mich die Natur in und um Töss und der Abschied aus der Bergwelt wird mir gar nicht so schwer fallen.

Übrigens: neue und überaschende Ausflugtipps zum Wandern, Walken, Joggen oder Biken in Töss finden sich auf dem TössGIS: http://www.stadtplan.winterthur.ch/toessgis

Viel Spass beim Entdecken!

 

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Rainer Zah,
in Töss wohnhaft seit Oktober 1995


 
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