Bewegendes – in Töss
Töss-Blog
Geschrieben von: Marion Eckert-Krause   
Dienstag, den 29. November 2011 um 00:00 Uhr
„Flucht und Trauma“ mit Gisela Audergon – das hat mich bewegt. Wir lernten, dass psychotraumatische Störungen immer als direkte Folge einer akuten schweren Belastung entstehen. Belastung, die durch Flucht, Krieg, Gewalt jeglicher Art und Unfälle, ungeplant  und unvorstellbar Lebens-Hoffnungen zerstört. Wir lernten, wie lang der Weg ins spürbare Leben zurück ist.  
Menschen erleben den Verlust ihrer Würde im eigenen Land oder daheim, auf ihrem Fluchtweg bis in die „neue“ Heimat“, in der sie selten "Willkommen" geheissen werden. 20 Jahre Verunsicherung, bis die Angst vor Abschiebung durch den Stempel der Behörde genommen wird, sind 20 lange Jahre mit Tagen und Nächten in einer Umgebung mit anderen Werten und Normen als denen, die im eigenen Land gelehrt wurden. Fremde in der Fremde - ist das nicht sehr befremdlich, denn es handelt sich um Menschen, die ein Gesicht haben, in das man hineinschauen darf?
Es wäre sehr trostlos, würde es es nicht Menschen geben, die sich einsetzen, die versuchen zu verstehen, die uneigennützig helfen, die Würde des anderen wahrnehmen, die da sind, wenn man sie braucht und fast wie ein Sonnenstrahl nach langen Nebeltagen wirken.
Den Flüchtling, den Fremden, den Anderen einfach als Menschen sehen – ist noch ein weiter Weg, wenn man Betroffenen zuhört.

Und doch neben all dem Unrecht, Schmerz und der Erniedrigung gibt es Hoffnung. Menschen können lernen mit Situationen umzugehen und Schubladen für die Vergangenheit finden, die es ermöglichen die Gegenwart wahrzunehmen und an eine Zukunft zu glauben.

Und wenn man die Vergangenheit bewältigt hat, öffnete sich eine Teilnehmerin, dann spürt man plötzlich die körperlichen Beschwerden. Und sie sagte, deshalb sei sie überhaupt da, um nun daran etwas zu ändern. Ich fand das eine starke Reaktion und eine sehr gesunde Einstellung. Keiner kann seine Vergangenheit abstreifen, sie ist immer ein Teil von uns, von unserem Leben und verdient Achtung. Trotzdem gehört zur Bewältigung des Alltags ein Abstand zu den negativen Ereignissen und eine Neugierde oder positive Einstellung, denn wir haben nur dieses eine Leben (ich sehe es biologisch). Wird man um Teile seines Lebens betrogen, so bleibt nur noch das, was kommt und irgendwie sollte das schöner werden.

Der Quartierverein Töss-Dorf macht sich deshalb Gedanken, wie er mit interessanten Themen und Treffen die Inseln des menschlichen Miteinanders vergrößern kann. Gesundheit, z.B. ist dabei in 2012 ein zentraler Punkt.

Bleiben wir beim Hauptthema von heute. In der Traumatherapie ist die Beschäftigung mit gesunden Lebensmitteln und deren Zubereitung als sinnvolle Möglichkeit der Selbstfürsorge erkannt worden. Neben dem Potenzial die Verwundbarkeit und schmerzvollen Gefühle zu verringern, unterstützt Ernährung die normalen Körperfunktionen und sorgt für Wohlbefinden. Wer bereits an chronischen Krankheiten leidet, kann sogar mit der richtigen Ernährung und Bewegung Freude in sein Leben zaubern.

Die Seminare werden ab Januar einmal im Monat montags angeboten. Je nach Resonanz weiten wir diesen Programmpunkt später gern aus. Wir könnten kochen und Rezepte sammeln miteinander reden.
Die Kombination von Essen und Bewegen – sorgt für Balance und Wohlbefinden. Ein guter Grund moderate Bewegung und Ausdauersportarten im Jahresgang vorzustellen. Ja, wir haben wirklich viel vor und brauchen dazu EUCH ALLE!
In diesem Sinne verabschiede ich mich aus diesem Blog und danke allen LeserInnen für ihre Aufmerksamkeit.
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Marion Eckert-Krause,
von Deutschland über Österreich und Liechtenstein in die Schweiz gekommen, seit Mai 2011 im Eichliacker wohnend.