Geschrieben von: Karin Ingold-Wolfensberger   
Dienstag, den 13. Dezember 2011 um 00:00 Uhr
Ich habe ja versprochen, in Worte zu fassen, weshalb bei mir in Tss nicht immer Weihnachtsstimmung aufkommen mag.
In der Weihnachtszeit brennen Kerzen am Fenster, der Duft von pfeln aus dem Ofen fllt die Wohnung. Nach Waldspaziergngen wrme ich meine kalten Zehen an einer Bettflasche unter einer schweren Decke und das Christchindli ist unterwegs. Man sieht es nie, aber wenn es leise und fein klingelt aus weiter Ferne, ist es vielleicht in der Nhe. Eine undefinierte Vorfreude kribbelt im Bauch.
Dies alles sind fr mich Zeichen, dass bald Weihnachten ist. Manchmal aber verlsst mich dieses wohlige Gefhl. Wenn ich fr meine alltglichen Besorgungen die Zrcherstrasse berquere und den kalten Betonbau des Zentrum Tss anstrebe, vergeht mir jegliche Vorfreude auf das Fest. Da hilft auch die zustzliche Beleuchtung in allen Variationen nicht viel.
Dann macht sich bei mir manchmal kalte Alltagstragik breit. Das ganze Warenangebot im berfluss, das Blinken und Glitzern in den Geschften - all das erinnert mich daran, was fehlt in unserer Konsumwelt. Ich bedaure, dass wir uns so wenig grssen, viele sich kaum kennen, obwohl sie Tr an Tr wohnen. Whrend ich meine Einkufe ttige, hnge ich solchen Gedanken nach. Die Einkufe erledigt, ist mir nach etwas Wrme von Innen. Ich erinnere mich, dass es an der Zrcherstrasse den besten Kebab gibt. Bei dem strahlenden Lcheln des Kebabstandbetreibers ist mir egal, ob bald Weihnachten ist oder erst Bayram noch kommt. Was dieser von Weihnachten hlt, lass ich sie nchste Woche wissen. In diesem Sinne - frohes Vorbereiten

A Propos:
Nach Auffassung einer rechtsorientierten Partei wre dieser nette Kebapstand Besitzer vielleicht eines ihrer "schwarzen Schafe", die sie ausschaffen wollen. Genau diese Partei hat nun ein solches schwarzes Schaf innerhalb eigener Reihen. Da frage ich mich, wohin sie denn dieses nun ausschaffen wollen?
Aber bleiben wir bei Erfreulicherem. Falls Sie wissen mchten, von welchem Apfelduft ich spreche, hier das Rezept:
Von einem Apfel, der gut steht, die Kerne von oben entfernen, etwas aushlen, gemahlene Mandeln mit Kondensmilch mischen und in das Loch im Apfel fllen. Bei 220 Grad in den Ofen bis er "blterlet" (Es gehrt dazu, dass man ab und zu in den Ofen schaut und unterdessen nicht etwas anderes macht, bis die Zeituhr abgelaufen ist. Deshalb gibt es keine Zeitangabe zum Rezept.)
kariningold

Karin Ingold-Wolfensberger
wohnt seit 2007 in Tss und arbeitet als Lehrerin im Schulhaus Laubegg.