Der Reitplatz und die Brücke
Töss-Blog
Geschrieben von: Matthias Gfeller   
Dienstag, den 17. Januar 2012 um 21:25 Uhr

Töss-Blog, Matthias Gfeller

Im Rahmen meiner ersten Blog-Beiträge wurde ich aufgefordert, den inhaltlichen Bezug zu Töss zu verdeutlichen, was ich hiermit gerne tue. Nach meinem Konzept „vom Groben in’s Detail“ vorzugehen, werde ich nun von den „Höhen“ der Bundespolitik in das „mittlere Gelände“ kantonaler oder kommunaler Politik absteigen. Damit komme ich sicher auch einem Teil des Alltagslebens in Töss etwas näher, beispielsweise dem Zusammenhalt zwischen den Quartieren von „Alt-Töss“ (respektive „Töss-Dorf“ und Umgebung) mit den Quartieren Dättnau und Steig. Bekanntlich ist Fussball ein wichtiger integrationspolitischer Faktor und damit hat sicher der Reitplatz für Töss eine wichtige Funktion auch für den Zusammenhalt im ganzen Stadtteil.


Die Zufahrt – insbesondere per Velo und insbesondere in der dunkleren Jahreszeit am Abend - wird öfters bemängelt. Bereits vor rund vier Jahren entstand die Idee, den Radweg östlich entlang der Autobahn als Zufahrt zum Reitplatz nutzbar zu machen. Dieser wird ja über eine recht lange Strecke von der Autobahn aus „mitbeleuchtet“. Statt einer Strecke von rund 1,3 Kilometer durch den Wald wäre lediglich eine Strecke von etwa 700 Metern zu beleuchten. Das „Dumme“ daran ist: man „landet“ auf der falschen Seite der Töss. Da jedoch das „Chinesenbrüggli“ ohnehin baufällig und für eine ökologische Neugestaltung des Flusslaufes zu kurz geraten ist; bietet sich an, im Bereich des Garderobengebäudes eine neue bessere, auch im Winter leicht benutzbare Brücke zu projektieren.

Diese Brücke hätte insbesondere für die Zufahrt von Steig und Dättnau zum Reitplatz grosse Vorteile, falls auch die SBB unterquert werden kann, was bei der Kemptbrücke tatsächlich mit relativ einfachen Mitteln ermöglicht werden soll. Diese „Dättnauer-Zufahrt“ zum Reitplatz würde sich so um mindestens einen halben Kilometer verkürzen. Das Projekt ist in der kommunalen Politik von der Verkehrsführung her betrachtet auf sehr positives Echo gestossen …aber wie sah’s nun auf den übergeordneten politischen Ebenen aus?

Vom Bundesrecht her muss jede Baute ausserhalb der Bauzonen – und das ist bei der Tössbrücke sicher der Fall – von einer kantonalen Behörde genehmigt werden. Auch Winterthur kann mit seinen 100‘000 Einwohnenden (und damit grösser als die acht einwohnerärmsten Kantone der Schweiz) und mit seiner fachlich gut dotierten Verwaltung ein derartiges Bauvorhaben leider nicht in eigener Regie und abschliessend prüfen.

Die kantonalen Behörden verlangten für den Reitplatz nicht nur einen sondern gleich zwei Gestaltungspläne. Bereits vor rund einem Jahr wurden die Lage der neuen Brücke und ein neuer Parkplatz – damit der Reitplatz selber autofrei werden kann – sowohl im regionalen Richtplan eingetragen als auch vom Kanton abgesegnet, wofür wir diesen Behörden gegenüber dankbar sind. Für die effektiv geplanten neuen Freizeitnutzungen auf dem Reitplatz wie Finnenbahn, Bike-Trail etc. und für die Verlegung des Hundetrainingsplatzes forderte „der Kanton“ noch einen zweiten Gestaltungsplan, der das ganze Projekt zwar um rund ein Jahr verzögerte aber nun vom Departement Bau in Winterthur auch politisch „gut aufgegleist“ werden konnte.


Nun, da wohl auch der Platz für diesen Blog-Beitrag längstens aufgebraucht, die Geschichte um den Reitplatz aber noch nicht zu Ende ist; muss ich Sie vertrösten: Sie werden in den kommenden Wochen die Fortsetzung entweder aus der Lokalpresse entnehmen können oder vielleicht – wer weiss - kann ich dies bereits im übernächsten Blogbeitrag so gegen Ende Januar mitteilen können. In der Zwischenzeit werde ich noch einen Blogbeitrag über die „raumplanerische Odyssee“ der Busse im Dättnau und darüber, welche Vorteile die Raumplanung eben trotz allem hat, verfassen.

Auf Wiederlesen in Töss.ch

Matthias Gfeller, Stadtrat aus dem Eichliacker-Quartier


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Matthias Gfeller wohnt seit 1985 in Töss im Eichliacker. 1985 wurde er in den Gemeinderat gewählt, seit 2006 ist er Stadtrat.

Bitte Matthias Gfeller kontaktieren unter Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.