Ein „Prosit“ auf gute Planung
Töss-Blog
Geschrieben von: Matthias Gfeller   
Dienstag, den 24. Januar 2012 um 21:18 Uhr

Im letzten Blog-Beitrag war ich wohl etwas zu planungskritisch(?) eingestellt. Ich würde somit meiner angestammten Berufsausbildung (die ich in vielen Fragen der Raumplanung vertiefen durfte) schlecht nachleben, würde ich heute nicht mich selber etwas korrigieren:

Bezogen auf die beiden Buslinien über die Breite und ins Dättnau kann ich das jetzt gerne machen: Buslinien sollen bekanntlich die verschiedenen (Wohn-)Quartiere mit dem Stadtzentrum und insbesondere auch mit dem Hauptbahnhof verbinden. Logisch, dass der Bus nicht direkt vor jeder einzelnen Haustüre halten kann; aber dennoch: Der Bus soll die zeitliche Distanz zwischen der Wohnung und den wichtigsten Zielen möglichst verkürzen – und dies auf möglichst kurzem Weg. Je näher ein Quartier beim Bahnhof liegt, desto unwichtiger ist vermutlich diese Zeitverkürzung (Mann oder Frau sind ja auch per Velo oder zu Fuss schnell am Bahnhof) Rund um den Bahnhof ist dagegen eine möglichst direkte Linienführung für den Bus wichtig, weil auf diesem Streckenabschnitt am meisten Passagiere von der kurzen Verbindung profitieren.

Unser Tössemer Quartier Dättnau liegt fernab von jeder Bahnstation. Für die Buslinie 5 (Dättnau) war daher das raumplanerische Ziel gegeben, einigermassen nahe bis zu den Wohnhäusern zu fahren (nicht 15 Meter aber vielleicht 150 Meter). Für die aktuelle Buslinienführung war auch eine kleinere Landfläche von Anstössern zu enteignen. Es wurde bald klar: Ohne gute planerische Grundlagen und Argumente hätten die Gerichte eher nicht zu Gunsten von Stadtbus entschieden. Also ein „Prosit“ auf gute Planung…

Ab dem kommenden Albanifest werden die Buslinien auch im Tössfeld anders verkehren – hier geht es glücklicherweise ohne Enteignungen, da beispielsweise die Tössfeldstr. vom Bus weiterhin gemieden wird. Der Breitebus (Linie 4) soll vom Hauptbahnhof neu via untere Vogelsangstr. kürzer und schneller auf die Breite hinauf fahren. Die Haltestelle Tössfeld wird neu durch die Buslinie 11 (Steig), deren Takt deutlich verdichtet wird in beiden Richtungen bedient. Dieser Takt bleibt aber leider einstweilen weniger attraktiv als jener der Breitelinie und zudem abends und am Wochenende lückenhaft. Aber dafür wird man von den Haltestellen Tössfeld und Storchenbrücke schnellere und direktere Verbindungen sowohl zum Hauptbahnhof, als auch zum Zentrum Töss haben – und das eben in beide Richtungen!

Ich hoffe, die Planungsarbeit habe sich auch hier gelohnt und ich bin gespannt auf die Reaktionen aus dem Tössemer Alltag! Was jetzt schon klar ist: Je häufiger eine Buslinie benutzt wird, desto besser stehen die Chancen dass die Verkehrszeiten abends und am Wochenende ausgedehnt werden und dass die Linie 11 vielleicht in zwei/drei Jahren auch sonntags fahren kann, weil dann auch der ZVV in die entsprechende Finanzierung einwilligen könnte.

Wer weiss, vielleicht besprechen wir das mal im Bus Nr. 11 oder sonst: Auf Wiederlesen in Töss.ch

Matthias Gfeller, Stadtrat aus dem Eichliacker-Quartier

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Matthias Gfeller wohnt seit 1985 in Töss im Eichliacker. 1985 wurde er in den Gemeinderat gewählt, seit 2006 ist er Stadtrat.

Bitte Matthias Gfeller kontaktieren unter Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann.