Klimaerwärmung?
Töss-Blog
Geschrieben von: Dani Altenbach   
Dienstag, den 07. Februar 2012 um 11:10 Uhr
Ein Freund von mir verbringt gerade 5 Wochen in Guadeloupe, auf einer der Inseln, die sich südlich von der Dominikanischen Republik zur venezuelanischen Küste hinunter erstrecken. Er berichtet mir per E-Mail, wie er am Strand Echsen und Vögel beobachtet – in den Badehosen!
In meiner Antwort schrieb ich letzten Mi.: „ Im Moment schneit es hier unten, eine graue Nebeldecke wird langsam abschneien und dann einem strahlend kalten sibirischen Hochdruckgebiet Platz machen... Vielleicht willst Du mal CO2-mässig ausrechnen, ob Du mit den eingesparten Heizenergien Deinen Flug wett machst? JETZ beginnt hier die Heizsaison“ Minus 14 C waren angesagt! Ich freute mich auf diese Kälte, lange ist es her, dass es soo kalt war und der Januar war klar zu warm, der Winter kaum spürbar.
Am Samstagmorgen früh zeigt mein Aussenthermometer -18 C! Und die Blumen wuchsen - Eisblumen! Alle Vorfenster sind von schimmernden Eiskristallen bedeckt! Im Schlafzimmer friert die Atemluft sogar innen am Fenster an.

Ja, ich wohne in einem alten Haus, der Standard entspricht etwa dem Baujahr 1930! Ein Kachelofen wärmt Küche und Stube, das Schlafzimmer hat gar keine Heizung. Da heisst es, Holz schleppen und dreimal am Tag Feuer machen, damit die Temperatur nicht unter 14 Grad sinkt. Vor achtzig Jahren wohnte in dieser kleinen Dreizimmerwohnung wahrscheinlich eine fünfköpfige Familie. Wenn die Mutter nicht auch bei Rieter arbeiten musste, weil man ein viertes Zimmer an einen Gastarbeiter vermietete, dann wurde dreimal am Tag in der Küche etwas Wärmendes zubereitet, Frühstückskaffee, Mittagessen, eine Suppe abends, und sie konnte das Abwaschwasser im Ofen heizen – und hat den ganzen Tag die Glut warm gehalten. Aber auch sie brauchten warme Socken und Pullover, wenn der Winter kalt war!

Liebe LeserInnen, sind Sie überrascht von der grossen Kälte? Wo bleibt die Klimaerwärmung?? Nach dem extrem trockenen Hitzesommer 2003 wurde prognostiziert, wir hätten in 30 Jahren hier das Klima der Toskana - und nun das?

Es war 1987, ich kandidierte als Frischling für ein Gemeindeparlament im Baselbiet. An einer Podiumsdiskussion sagt ich, ökologisch habe es nicht fünf vor, sondern bereits fünf nach zwölf geschlagen.

Denn das Klima ist ein träges System, es wird Jahrzehnte dauern, bis es sich in einem neuen Lot eingependelt hat!! Die Wetterextreme von heute sind das Zeichen, dass das Jahrhunderte alte Gleichgewicht destabilisiert ist. Global wird es wärmer. Die Strömungen der Winde und Meere, welche das Wetter in der Schweiz bestimmen, verändern sich. Und wir wissen nicht, wie! – Im Moment erleben wir jedenfalls den Einfluss des „kontinentalen“ kalten Winters.

Die Treibhausgase von 1987 heizen die Atmosphäre heute auf, und die von heute tun es noch Jahrzehnte später. Denken Sie daran, wenn Sie mit Öl oder Gas heizen! Drehen Sie den Regler lieber etwas herunter! – Aber natürlich erst, wenn die Aussentemperatur wieder bei „normalen“ Null Grad oben sind.

Herzliche Grüsse aus dem Eichliacker,

Dani Altenbach
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Dani Altenbach lebt seit 2001 im Eichliackerquartier und macht Politik für die SP...