Das Grosse im Kleinen
Geschrieben von: Christian Eggenberger   
Dienstag, den 08. Mai 2012 um 20:31 Uhr
Im laufenden Kalender rckt der Auffahrttag nher und damit wie jedes Jahr ein oekumenischer Gottesdienst im Dttnau. Eine Jugendmusikgruppe wird einen besondern Akzent setzen. Eingeladen sollen Gross und Klein sein. Ich treffe mich mit der katholischen Seelsorgerin Elvira Gilg im katholischen Pfarreizentrum.
Fr einmal wollen wir nicht den Text, der die leicht missverstndliche "Himmelfahrt" Jesu schildert, ins Zentrum stellen. Stattdessen stossen wir auf einen alttestamentlichen Text, auf den Bericht des Tempelbaus durch Knig Salomo: Salomo lsst Gott einen Tempel bauen und gesteht Gott gegenber ein: dass "dich der Himmel, der hchste Himmel nicht fassen kann, wie viel weniger dieses Haus, das ich gebaut habe!"(1 Knige 8, 27).

Eine hnliches Problem haben wir ganz praktisch: In der Freizeitanlage drfte der Platz fr die Leute sehr knapp werden. Es ist ja einerseits erfreulich, wenn mehr Leute kommen als Pltze vorhanden sind und andrerseits gewiss unerfreulich, wenn deswegen viele nicht bequem sitzen knnen. Das ergibt gewiss schon einen Einstieg in die Predigt.

Meine katholische Kollegin ist indessen besorgt fr ein Flugblatt. Eine Gruppe von Frauen des Quartiervereins Dttnau verteilt sie jeweils an alle Haushaltungen im Dttnau - ber 800 Exemplare! Wenn auch nur 80 Personen kommen - dann haben wir in der Tat ein Platzproblem.

Aber ob 8 oder 800 kommen: Das Grssere, Andere, Gttliche msste auch Platz haben. Organisieren kann man das ja nicht. Bestenfalls eben den Platz fr das offenhalten, was nicht machbar ist. Ob dieses Andere dann dabei ist, mag sich vielleicht darin erweisen, wie man sich mit den knappen Sitzpltzen arrangiert an diesem Feiertag - und dann auch am Werktag im Bus oder in der Bahn.

Christian Eggenberger, geb. 1951 ist seit 1983 reformierter Pfarrer in Tss.