Geschrieben von: kern   
Montag, den 04. Juni 2012 um 00:00 Uhr

Das Ende der Strassenarbeiten im Eichliackerquartier ist auf Dezember 2012 angesagt. Ich mchte die Bauerei gerne um - sagen wir - zwei Jahr verlngern; diese Zeit ist ntig, denn die Strassen mssen beinahe in ihrer ganzen Breite aufgerissen werden. Liebe Leute, ich bin sicher, das Quartier wird an Schnheit zulegen.

Kennen Sie den argentinischen Film El lado oscuro del corazn, (zu Deutsch: Die dunkle Seite des Herzens)? Darin hat der Protagonist, der auf der Suche nach der grossen Liebe ist, folgende Erfindung in seinem Schlafzimmer installiert: Jene Frauen, die ihn whrend einer Liebesnacht nicht zum Fliegen brachten, befrderte er per Knopfdruck ins Kellernirvana; die Bettseite, auf der die Frau lag, klappte dafr gegen unten auf und entliess sie einen Stock tiefer.

So kam es denn, dass sich mir whrend eines Spaziergangs durchs Quartier folgender Gedanke - einem Vogel hnlich - unter meinen Hut setzte: Beim Anblick der vielen Fahrzeuge, welche die Strassen sumen, erinnerte ich mich an den oben erwhnten Film. Sie sehen worauf ich hinaus will? Ein ausgeklgeltes System, mit dem ein parkiertes Auto in den Untergrund gekippt wrde nicht, um es fr seine Flugunfhigkeit zu bestrafen, sondern aus rein sthetischen Grnden.

Man stelle sich die Strassen ohne die parkierten Autos vor: mehr Platz und fast schon ein freier Blick aufs Mittelmeer - oder zumindest in die schnen Grten der Nachbarn. Natrlich mssten die Fahrzeuge ganz unbeschadet, mit einer Art unterirdischem Hebebhnensystem, wieder in die Oberwelt hinaufbefrdert werden knnen.

Und da gbe es schon die erste Herausforderung zu meistern: Wie informiert man die Passantinnen, Velofahrer und anderen Lenkerinnen ber einen sich nchstens hebenden oder senkenden Boden? Hm. Mit Lmpchen, die zu blinken beginnen? Eventuell knnte man die Farben der Lmpchen variieren, dann htte man auch gleich schon fr die Weihnachtsbeleuchtung im Quartier gesorgt. Etwas verwirrend vielleicht fr die Piloten. Oder mit einem Vibrationssignal? Sicher lustig mit anzusehen, wenn stndig jemand durchgeschttelt wird.

Wie wrs mit Durchsagen? Ein heilloses Durcheinander, weil dann natrlich auch alle Parkfelder irgendwie gekennzeichnet werden und wir stndig einen Plan bei uns tragen mssten, damit wir sehen knnten, auf welchem Feld wir uns gerade befnden.

Auf jeden Fall, fr welche Lsung man sich auch entscheidet, she das Treiben in Tss einem sommerlichen Himmel-und-Hll-Spiel gleich. Alles hpft und flieht, um nur ja im nchsten Moment nicht himmelwrts katapultiert zu werden. Ein wunderbares Bild, finde ich. Zudem eine echte Begegnungszone, wie sie sich DaniAltenbach in einer seiner Kolumnen wnscht.

Ja, ich werde der Idee nachgehen und das Baugesuch so schnell wie mglich einreichen.

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Helena Rdishli ist Sngerin der Band Catbird und wohnt seit 2010 im Eichliackerquartier.