Mikrokosmos
Töss-Blog
Geschrieben von: Katharina Schirrmeister   
Samstag, den 28. Juli 2012 um 00:00 Uhr
Wir haben drei Töchter. Die Älteste lebt nur Teilzeit bei uns, im Moment ist sie verreist und während des Semesters ist sie sporadisch in Töss. Das hindert sie nicht daran, eine grosse Zahl Flaschen auf unserem Badewannenrand zu positionieren. Die beiden jüngeren Töchter leben ständig bei uns, sie gehen noch in die Schule und sind nicht volljährig. Vollzählig versammelt sind allerdings auch ihrerseits Flaschen am Badewannenrand.
Ich verstehe, dass man Duschgel benötigt. Ich verstehe auch, dass man Shampoo benötigt. Auch ich verwende diese beiden Produkte regelmässig. Ich verstehe rein theoretisch auch, dass man eine Pflegespülung benötigt, wenn die Haare lang und schwer kämmbar sind. In diesem Fall benötigt man auch noch ein Produkt, um die alltägliche, nicht frisch gewaschene Kämmbarkeit herzustellen. Steht auch am Badewannenrand. Deo, Zahnpasta, Mundspülung, Fluorgel, alles vorhanden, alles mal drei.
Jede Tochter benutzt ein anderes Duschgel, ein anderes Haarshampoo, eine andere Pflegespülung und so weiter, weil ja jedes Produkt für das individuelle Haar genau das einzig Richtige ist. Macht also 3 Töchter mal 4 Produkte bereits 12 Flaschen, konservativ geschätzt, am Badewannenrand. Mir wurde auch schon mitgeteilt, dass man grundsätzlich keine Körperpflegeproduktflaschen mit anderen teilen möchte, das sei eklig. Ok. Ich habe durchaus Verständnis, dass man nicht eines schönen Morgens ohne Duschgel, Shampoo, Deo, Spülung oder ähnliches dastehen will. Man sorgt also für Nachschub.
Mein Verständnis ist aber doch überfordert, wenn ich die Flaschenparade aufgereiht am Badewannenrand bzw. , der Leser, die Leserin ahnen es, so gross ist der Badewannenrand nicht, auf dem Bord über dem Lavabo sehe.
Zu allen Produkten sind lückenlos ihre Vorgängerflaschen, (weil noch nicht ganz leer, aber zu wenig für einen alleinigen Gebrauch) und ihre Nachfolgerflaschen (könnte ja morgen plötzlich während der Dusche benötigt werden und dann müsste man nass, nackt und frierend zum Vorratsschrank laufen) anwesend und in Einsatzbereitschaft. Zusätzlich stehen verschämt noch einige Flaschen da, die eigentlich ganz leer sind, man aber mangels Zeit noch nicht wegwerfen konnte (verstehe ich, es ist nämlich ziemlich anspruchsvoll und zeitraubend, bei dieser Flaschenarmada die jeweils richtigen herauszufischen).
Hinzu kommen herrenlosen Flaschen, die nicht zu Ende gebraucht werden, weil das Produkt nicht zusagt, übel riecht, die Haare fettig aussehen lässt, Pickel verursacht oder der Verwendungszweck nicht mehr klar ist. Im Sommer lohnt es sich kaum, die (Sie ahnen es, unterschiedlichen) Sonnenschutzprodukte, Apès-Sun-Gel und Spezialmittel gegen Sonnenallergie nach Gebrauch wieder in den Schrank zu räumen. Schon morgen könnte die Sonne wieder scheinen. Dann tauchen das ein oder andere Mittel gegen Insektenstiche, Sonnenbrand oder Zerrungen und die Anti-Brumm-Sprays als Temporäranwesende zwischen dem angestammten Flaschenpersonal auf.
Ich bin eigentlich sehr froh, dass ich praktisch nie bade und mit meinem Mann ein kleines Bad teile. Wir teilen uns auch das Duschgel, übrigens.

P:S: Die Idee für diesen Blog verdanke ich meiner Tochter Elisabeth, nachdem ich mich laut über das Chaos im Bad ausgelassen hatte...

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Katharina Schirrmeister, lebt im Juli 2012 seit genau 11 Jahren mit ihrer Familie in Töss.