Geschrieben von: Willy Jossen   
Freitag, den 31. Mai 2013 um 00:00 Uhr

(eine Match-Analyse)

Das erste Spiel um den Verbleib in der VL (Vernunfts-Liga) zwischen dem FC Stadtrat (FCS) und dem FC Projekt Tss (FCPT) am 14. Mai im Stadion Blickpunkt Tss endete mit einer unrhmlichen Niederlage fr den FCS. Dieser geriet rasch 1:0 in Rckstand, nachdem die im linken Mittelfeld agierende Mittelfeldspielerin Pedergnana bekanntgab, dass fr die Lrmschutzmassnahmen an der A1 der FC Bundesamt fr Verkehr zustndig sei und diese Sanierung mglicherweise bis 2035 (!) dauern knnte.

Pedergnana hatte am Anfang des Spiels alle Fsse voll zu tun und ein Fehlpass bei der Gestaltung Zrcherstrasse vor dem Zentrum Tss (fr die Tssemer Bevlkerung als Ersatz-Zckerchen fr die zu teure verlngerte Tieferlegung der Zrcherstrasse geplant) fhrte zum zweiten Gegentor: In Tss fragt man sich nach wie vor, wem, ausser ein paar Gestaltungsplanern, diese Begrnung etwas bringen soll, da der Privatverkehr nicht reduziert wird und mit der Kapazitt des ffentlichen Verkehrs an der Zrcherstrasse die grosse Mehrheit zufrieden ist (auch die zu pflanzenden Jungbume an der Zrcherstrasse werden nicht zu beneiden sein und erweckten bei einigen Zuschauern schon vorgngig Mitleid).

Beim darauffolgenden 3:0 soll auch der FC Kantonsrat mitschuldig sein: Dieser hat das Zentrum Tss auf die Inventarliste schtzenswerter, wasserdurchlssiger und vor sich hingruelnder Gebude gesetzt; das Sulzer-Hochhaus, bereits saniert, oder die Mattenbach-Trme wren als allfllige sptere Tourismusattraktion wohl eher geeignet.

Der FCS spielte ziemlich kopf- und konzeptlos weiter und kassierte prompt das 4:0: Bei der Eindmmung des Rotlichtmillieus verwies die Nachwuchsspielerin Gnthard-Maier im rechten Mittelfeld auf die geltenden Wirtschafts-Gesetze, denen der FCS mehrheitlich machtlos gegenberstehe. Gnthard-Maier schien infolge ungengenden Trainingsaufbaus nicht ganz unschuldig am 4. Gegentreffer zu sein.

Das 5:0 leitete Linksverteidiger Gfeller (Auslnderkontingent beim FCS) ein. Auch an diesem Treffer sollte wieder ein nicht direkt beteiligter Klub, der FC Gemeindrat, mitschuldig sein, weil dieser bei der beleuchteten Zufahrt zum Reitplatz nicht vorwrts mache. Vielleicht wrde sich der FC Zivilschutz freuen, in die Bresche zu springen, um ein einfaches Fussgngerbrcklein vom Reitplatz ans andere Tssufer zu bauen.

Den Steilpass von Pedergnana (A1-Sanierung 2035) verwertete der bisher nicht in Erscheinung getretene linke Strmer Gallad mit einem humorvollen Lobball (die Zukunft fr pensionierte Menschen in Tss scheint ber 2035 hinaus vielversprechend zu sein) zum ersten Treffer fr die Gste, wofr er sogar von den Anhngern des FCPT Applaus erhielt.

Nun schien das Spiel eine Wende zu nehmen. Und prompt hatte Kapitn Knzle, Dreh- und Angelpunkt im Mitttelfeld, mittels Penalty die Mglichkeit zum 5:2: Wird das vom FCS mehrmals versprochene, ausfhrungsbereite Projekt Umbau SBB-Gterschuppen in das lang ersehnte Quartierzentrum Tss endlich bewilligt?- Knzle nahm Anlauf und ... vergab die aussichtsreiche Chance, indem er den Ball ans rechte Lattenkreuz setzte (der Stadtrat habe keinen gesetzlichen Auftrag, solche Leistungen zu erbringen. Er werde in den nchsten Wochen eine Entscheidung ber einen baldigen Umbau oder Aufschub treffen) . Das Rckspiel ist also lanciert.

Gegen Ende des Matches kassierte Fritschi, Strmer am rechten Flgel, noch eine gelbe Karte (Eingestndnis von Fehlern bei der Planung des Schulpavillons beim Eichliacker).

Das Spiel endete 5:1. Der FC Stadtrat versuchte whrend des ganzen Spiels, Einigkeit zu demonstrieren, aber in der Realittswahrnehmung der Zuschauer agierte er ber weite Strecken zusammenhangslos, gehemmt und wenig entscheidungsfreudig. Daran konnte auch die zweite Nachwuchsspielerin Beutler im linken Mittelfeld , auch zustndig fr die Verwaltung des FCS-Clubbudgets, nicht viel ndern, im Gegenteil: Mit subtilen Zurechtweisungen und altklugen, nichtssagenden Weisheiten an die Adresse des Gegners trat sie nicht unbedingt positiv in Erscheinung.

Von der Spielweise des FCS her glich das Spiel eher einem Schwarz-Peter-Spiel als einem Fussball-Derby, da er die Verantwortung fr die kassierten Tore mehrheitlich ausserhalb seiner Reihen zu deponieren versuchte.

Die Heimmannschaft trat sehr kompakt und entschlossen auf. Einzig ein Verteidiger in ihren Reihen fiel etwas auf, da er sich whrend dem Spiel fast nur an einer Ecke des Sechzehners aufhielt und energisch jeden in der Nhe der Sechzehnerlinie parkierten Ball attackierte.

Ein Routinier aus den Reihen der Tssemer gab dem FCS fr die kommenden Spiele den Rat, eine vorbergehende Steuererhhung (in erster Linie in den Reihen der profitmaximierenden Spielervermittler und gut betuchter Zuschauer) in Erwgung zu ziehen, um so die angekndigte flchendeckende Sparwut etwas einzudmmen Beim Wort Steuererhhung erschrak das Team auf der rechten Platzhlfte des FCS und hielt sich vehement die Ohren zu..

 

Um die Taktik fr das in einigen Wochen stattfindende Rckspiel (Entscheidung Umbau Gterschuppen) eventuell zu ndern, erhielten alle SpielerInnen des FCS nach dem Spiel einen Gterschuppen-Bastelbogen, anhand dessen sie reissbrettartig die Mglichkeit htten, in den verbleibenden Wochen bis zum Rckspiel einige neue Spielvarianten einzustudieren. Dieses Spiel findet brigens unter Auschluss der ffentlichkeit statt. Der FCPG wird symbolisch vertreten durch einen bis dann hoffentlich ausgeschnittenen, dreidimensionalen Kartongterschuppen.

Sollte der FCS auch beim Rckspiel Mhe bekunden, ins Spiel zu kommen, offerieren ihm die Tssemer zum Voraus 5 Penaltys. Das Wunschresultat fr das Rckspiel wre ein 5:1 fr den FC Stadtrat, was auf ein Gesamttorverhltnis von 6:6 hinauslaufen wrde. Jede Mannschaft erhielte so einen Punkt, knnte ihr Gesicht wahren und sich so den Verbleib in der VL (Vernunfts-Liga) sichern.

P.S.: In der Zwischenzeit werden die Tssemer ihr Stadion umbenennen in Hoffnungsgemeinschaft Tss, da sie der Meinung sind, an einer Landsgemeinde bestimme das Volk, was bei solchen Heimspielen leider nicht der Fall ist.

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Willy Jossen

(im Auslnderkontingent des FCPT)