Paradise Töss – ein Stadtteil macht gemeinsame Sache

Das Projekt «Pardiese Töss – ein Stadtteil macht gemeinsame Sache» wurde von der AG Integration der Tösslobby initiiert. Es dauert noch bis Ende 2019 und wird von der Stadt Winterthur, dem Kantonalen Integrationsprogramm Zürich sowie vom Programm citoyenneté des Bundes finanziert. Zum Projekteam gehören 14 Tössemerinnen und Tössemer aus 8 Ländern. Monika Imhof ist die Projektleiterin.

Am 26. Januar 2019 hat das Projektteam «Paradise Töss» die Bewohnerinnen und Bewohner des Stadtteils zu einer Veranstaltung ins Hotel Zentrum Töss eingeladen. Es kamen über hundert Personen aus verschiedensten Herkunftsländern, um miteinander die im Vorfeld entwickelten Ideen zu diskutieren, die das Zusammenleben in Töss noch schöner machen sollen.

Es herrschte am späten Morgen des 26. Januars eine angespannte Stimmung im grossen Saal des Zentrums Töss: Wie viele Personen würden wohl kommen? Würde das Programm und die ausgearbeiteten Ideen Anklang finden bei den Besucherinnen und Besuchern? Das Projektteam, bestehend aus 14 Personen aus 8 Nationen, hat sich intensiv und lange auf diesen Tag vorbereitet. Gemeinsam haben sie überlegt, wie sie die eintreffenden Leute am besten empfangen könnten, was es braucht, um eine angenehme Atmosphäre herzustellen, damit sich die Menschen willkommen geheissen fühlen, Flyer entworfen und verteilt, Social Media Kanäle bespielt und Playlists für die Musik zusammengestellt. Die Bemühungen haben sich gelohnt: Bereits eine Viertelstunde vor der Türöffnung um 13 Uhr trafen die ersten Gäste ein. Es sollten noch über hundert Personen werden, die an diesem Nachmittag miteinander die verschiedenen Projekte diskutierten.

Am Anfang sorgte ein Personen-Bingo dafür, dass die Leute miteinander ins Gespräch kamen. Alle erhielten einen Zettel mit der Aufgabe, die darauf notierten Fragen zu beantworten. Wer ist am Morgen vor 6 Uhr aufgestanden? Wer ist Linkshänder? Jetzt galt es, die Schüchternheit zu überwinden und mit allen in Kontakt zu treten. Sind Sie Linkshänderin? Und wohnen Sie per Zufall an der Gustavstrasse? So kamen die Anwesenden ins Gespräch. Wer zu allen Fragen eine Antwort gefunden hatte, konnte «Bingo» rufen und bekam ein «Schoggistängeli». Das Eis war gebrochen, die Besucherinnen und Besucher tauschten sich intensiv aus, tranken dazwischen einen feinen türkischen Kaffee, der im Sand zubereitet wurde und probierten die mitgebrachten Süssigkeiten aus der ganzen Welt. Die Playlist, zusammengestellt aus Vorschlägen des Projektteams, brachte zusätzlich auch akustisch die ganze Welt ins Hotel Zentrum Töss.

Monika Imhof und Dominik Scherrer führten durch den Nachmittag. An den Wänden im grossen Saal hingen die zuvor von Hand gestalteten Plakate mit den Projektideen, davor jeweils Tische und Stühle, um sich an einer Art Marktstand auszutauschen. Jede und jeder war gebeten, sich dorthin zu begeben, wo sie das Interesse hinzog. An den Ständen wurde diskutiert und die Neugierigen und Engagierten konnten sich in eine Liste eintragen, damit man nach dem Startanlass über den weiteren Projektverlauf informiert wird und sich weiter treffen kann. Viele der vorgestellten Projekte fanden guten Anklang, die Listen der Interessierten füllten sich. Die Ideen, die im zweiten Teil aufkamen, wurden aufgenommen und in Bestehendes integriert.

Das Projektteam ist sehr zufrieden mit dem Anlass. Die gesteckten Ziele wurden alle erfüllt: Die Besucherinnen und Besucher sind in grosser Anzahl gekommen, sie fühlten sich wohl, sprachen miteinander und zeigten grosses Interesse an den Ideen. Diese sind noch in einem frühen Stadium, vieles ist noch nicht festgelegt. Als nächstes wird das Projektteam zusammensitzen und schauen, was es in den einzelnen Projekten braucht, damit sie umgesetzt werden können. Diejenigen Personen, die sich mit Mailadresse eingetragen haben, werden anschliessend kontaktiert. Das Paradies ist noch weit, aber «Paradise Töss» ist gut gestartet.

Monika Imhof, Projektleiterin «Paradise Töss»

Paradiese Töss – die Projekte

Am Startanlass wurden die folgenden Projekte vorgestellt. Interessierte sind herzlich zur Mitwirkung eingeladen.

Schlüssel zur Schweiz

Das Projekt bringt neu eintreffenden und bereits seit langem in der Schweiz wohnenden Migrantinnen und Migranten ihre Rechte und Pflichten sowie die Sitten und Gebräuche der Schweiz näher. Bei neu Eintreffenden ist es wichtig, dass sie die Erklärungen über die Schweiz in der eigenen Sprache erhalten. Bei den seit längerem in der Schweiz lebenden Personen muss geschaut werden, was sie brauchen.

Weitere Interessierte melden sich bei Aydin Yildirim: yildirim_aydin@hotmail.com

Rundgang der Gotteshäuser

Die Idee ist, die verschiedenen Gotteshäuser – katholisch, reformiert, muslimisch, jüdisch –  auf einem Rundgang zu besuchen. Ziel ist es, diese besser kennen zu lernen. Anschliessend kann man sich treffen und das Erlebte bei Speis und Trank diskutieren. Weitere Interessierte melden sich bei Monika Imhof und Bushra Ahmed tizihof@bluewin.ch

Nachhilfe für Migrantenkinder

Bildung ist nach wie vor einer der wichtigsten Faktoren der Integration. Bei diesem Projekt geht es darum zu schauen, was für Angebote es bereits für die Kinder in Töss gibt, die einen Bedarf an Nachhilfe haben. Diese Angebote sollen bekannter gemacht werden und es soll überlegt werden, ob und was sie darüber hinaus brauchen.
Weitere Interessierte melden sich bei Aygül Gündoglu: a.guendoglu@sunrise.ch

Tauschbörse und Ausstellung

Das Projekt stiess auf grosses Interesse, weil man Verschiedenes tauschen kann: Gegenstände, Zeit oder Talente. Auch die Kanäle sind vielfältig: Man kann sich elektronisch austauschen, sich physisch treffen oder beides. Gleichzeitig kam die Idee auf, gemeinsam eine Bilderausstellung zu organisieren. Weitere Interessierte melden sich bei Eva Burkhard: evaburkard@gmail.com

Malatelier

Das Projekt will ein offenes Atelier einrichten mit Schwerpunkt Malerei. Dieses kann sich an Kinder oder Erwachsene wenden. Es können Kurse verschiedenster Art entwickelt werden. Weitere Interessierte melden sich bei Hüseyin Büyüktas: h.buyuktas@icloud.com

Miteinander sprechen in Quartiercafés

Deutsch als gemeinsame Sprache verbindet die Einwohnerinnen und Einwohner in Töss. Neben Kursen braucht es Möglichkeiten, das Erlernte anzuwenden. Wechselnde Quartiertreffs, Kochanlässe, Diskussionsrunden oder andere Anlässe sind Möglichkeiten, dies zu tun. Weitere Interessierte melden sich bei Ljubica Lauria und Juan Garcia: ljubica19@bluewin.ch; GarciaBlancoJJ@gmail.com

Velo- Flickwerkstatt

Im Quartier Steig ist die Idee einer Velo-Flickwerkstatt entstanden, die von Jugendlichen geführt wird. Die Idee stiess auf sehr grosses Interesse und ist schon weit fortgeschritten. Die Verantwortlichen wollen im Frühling starten. Weitere Interessierte melden sich bei Hakan Özkan: hakan.efe.aylasu@gmail.com

Märchen und Sagen aus aller Welt am Tössemer Dorfet

Die Idee ist, Märchen und Sagen aus aller Welt im Rahmen der Tössemer Dorfet zu erzählen. Dies könnte in verschiedenen Sprachen und an verschiedenen Ständen oder in Zelten stattfinden. Weitere Interessierte melden sich bei Line Girardin: line.girardin@bluewin.ch