«Das Fest hat sich zu einem Treffpunkt entwickelt»
Fast wie eigenes kleines Dorf mutete diese Ausgabe der Tössemer Dorfet an. Die Anordnung auf dem Areal des Schulhauses Tössfeld hat einen zentralen Ort, «Die Allmend», wie sie vom OK genannt wird. Sie ist umgeben von Zelten, Foodständen und Spielmöglichkeiten. Mitten drin stehen Festbänke, schön beschattet von Kastanienbäumen. «Uns ist aufgefallen, wie sehr die Allmend ein Ort ist, wo sich die Leute begegnen», sagt Rainer Zah. Programmverantwortlicher der Tössemer Dorfet. Bereits zum zweiten Mal findet das Fest auf derm Schulgelände Tössfeld, also an diesem neuen Ort statt. Und eben genau durch die spezielle Anordnung und die Kompaktheit sei viel weniger die Gefahr vorhanden, dass einzelne Stände oder Festbetriebe weniger wahrgenommen würden: «Das ganze Fest hat sich zu einem Treffpunkt entwickelt.» Viele Besuchende der Dorfet dürften diesen Eindruck teilen. Egal aus welchem Quartier sie vorbeikamen, es waren sehr viele spontane Treffen unter Bekannten wahrnehmbar während dieses Wochenendes vom 14. bis zum 16. August.
Auch positiv wahrgenommen wurde das kulinarische Angebot. Die legendären Salsiccia beim FC Töss waren genauso wieder vertreten, wie die Burger beim Quartierverein Eichliacker. Doch die kulinarische Bandbreite war noch um einiges vielfältiger für ein Fest dieser Grösse. Und auch hier spielten die Festbänke unter den Bäumen mit dem zentralen Blick auf die Bühne eine entscheidende Rolle. Es war so einfach viel mehr ein Miteinander, wenn alle ihre Getränke und Speisen von all den verschiedenen Ständen zur Allmend brachten und dort zusammen plauderten und das Bühnenprogramm genossen. Apropos, viele Leute schwärmten von «Viaggiatori», eine Band die zum Auftakt am Freitagabend italienische Pop- und Rockklassiker der 1950er bis 70er zum besten gab und die Masse zum nostalgischen mitsingen animierte. Auch wenn die Hitze eine Herausforderung darstellte, waren am Samstag und am Sonntag ab der Mittagsstunde jeweils viele Leute auf dem Festgelände. Und diese blieben glücklicherweise auch von einem spontanen Sommergewitter verschont. Beides eine unkalkulierbare Herausforderung, wie das OK anmerkt.
Bei allen wunderbaren Attraktionen wie Konzerte, Tanzeinlagen und Kinderchor-Konzerte wurde doch auch etwas vermisst im Vergleich zum letzten Jahr: Die Chilbi. «Es ist das letzte Wochenende vor dem Schulstart. Die Chilbi muss deshalb schnell abgebaut werden und das ist eine grosse Herausforderung für Schausteller:innen, das haben wir bereits im letzten Jahr gemerkt», erklärt Rainer Zah. Daher liess sich leider keine geeigneten Schausteller:innen finden, die zum Beispiel einen Autoscooter an die Tössmer Dorfet brachten. Doch das OK weckt leise Hoffnungen auf die nächste Dorfet. Sie seien in Verhandlungen mit Schausteller:innen für die Tössemer Dorfet 2027. Das sei eines der erklärten Ziele fürs nächste Jahr. Ein weiteres ist laut Rainer Zah: «Wir wollen die Dorfet auf diesem Niveau halten. Dank dem tollen Engagement der Vereine und einem grösseren Sponsoring-Budget, ist das ein realistisches Ziel.»
Langweilig wurde es ohne Autoscooter oder Affenkäfig dennoch nicht. Denn beispielsweise die grosse Spielwiese lud zum spontanen Fussball spielen ein oder die spielerischen Angebote der Cevi, der Rudolf-Steiner-Schule, der Quartiervereine Brühlberg-Tössfeld und Nägelsee oder der Kindertätowierer Larry Bang Bang und das Wettnageln beim Stand der SP Töss waren echte Bereicherungen für diese Ausgabe der Dorfet.
Text: Simon Berginz
Fotos: Nadia Pettannice









