50 Jahre Tössemer Märli

Hotzenplotz, Jim Knopf und das «Kleine Gespenst» als Dauerbrenner

Seit 50 Jahren bringt der Dramatische Verein Töss Jahr für Jahr ein Märchentheater für Kinder auf die Bühne. Theater gespielt wird in Töss aber schon seit 1897. Bei den Märchen kommt regelmässig der Räuber Hotzenplotz, Jim Knopf oder das Kleine Gespenst zum Zug. Dieses Jahr allerdings wird es im November Frau Holle sein, die auf der Bühne im Zentrum Töss ihre Kissen schüttelt.

Bereits im Sommer 1950 wurde vom Dramatischen Verein Töss ein Märli-Theater ernsthaft ins Auge gefasst. «Schneewittchen und die 7 Zwerge» war in der engeren Wahl, musste dann aber wieder fallen gelassen werden. Die Kosten waren beträchtlich und das Schulamt Winterthur wollte seine Unterstützung ohne eine Probeaufführung nicht gewähren. Die Kinder mussten danach noch 26 Jahre warten, bis sie endlich auf ihre Rechnung kamen. Doch seither sind Generationen vom Tössemer Märli begeistert. Zum Beispiel der 61jährige Malermeister Stephan Ryffel. 18jährig ist er seinerzeit in den Verein eingetreten: «ich wollte einfach Theaterspielen, meine Mutter sah ein Inserat, wonach Schauspieler für den Dramatischen Verein gesucht würden, und so kam ich dazu.» Auch seine Frau Franziska hat sich im Verein engagiert, zum Beispiel als Bühnenbildnerin. «Einmal konnte ich bei ‹Jim Knopf› Regie führen, während meine Frau das Bühnenbild gestaltete.» Aber auch hinter den Kulissen ist Stephan Ryffel tätig. 20 Jahre zum Beispiel als Kassier. «Es dauerte lange, bis ich meine Traumrolle «Lukas der Lokomotivführer» einmal spielen konnte.

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Auch für Jürg Hilpert ist «Lukas» die Traumrolle schlechthin. 9-jährig war er bei der ersten Aufführung eines Tössemer Märchens. Seither ist er dabei: Sein Vater führte bei vielen Produktionen Regie, er half, was immer man helfen konnte. Saaldienst, Kulissen schieben, später teilweise auch als Regisseur wie sein Vater. Seine erste Rolle war der Prinz im Dornröschen… und letztes Jahr spielte er erneut im «Dornröschen» mit. Diesmal jedoch als Küchenbursche.

Matthias Erzinger

Bilder: Archiv Dramat. Verein Töss

Tössemer Märli 2026: Frau Holle

Dieses Jahr zeigt der Dramatische Verein vom 1. bis 15. November das Märchen von Frau Holle frei nach Brüder Grimm von Jörg Schneider. Regie führt Sylvia Glaus.

Frau Bölsterli behandelt ihre beiden Töchter sehr ungleich. Sie bevorzugt die faule Marie und lässt Vreneli die ganze Arbeit machen.

Schliesslich lässt die strenge Mutter ihre Tochter sogar im Brunnen nach der verlorenen Spindel suchen. So gelangt sie ins Wunderland zu den Kobolden Zick und Zack und zu Frau Holle.

Bei Frau Holle wird Vreneli dank fleissiger Arbeit mit Gold überhäuft. Nach ihrer Rückkehr beneidet Marie ihre Schwester sehr. Sie will auch zu Frau Holle und belohnt werden. Kurz entschlossen wird sie von ihrer Mutter auf den Weg geschickt.

Doch da sie ihre schlechten Gewohnheiten nicht ablegen kann, hat sie leider Pech und ihre Belohnung wird zur Bestrafung. Aber Frau Holle erbarmt sich und so bekommt Marie nochmals eine Chance.

Tickets sind erhältlich unter https://www.dramatischer-verein-töss.ch/kalender.php